Mit wenigen Worten zur

tröstlichen Gewissheit

Das Gedicht „Wer je gelebt in Liebesarmen“ von Theodor Storm (1817 – 1888) gehört zu den tief berührenden Liebesgedichten der deutschen Literatur. Mit wenigen Worten entfaltet Storm eine tröstliche Gewissheit: Wer echte Liebe erfahren hat, trägt einen Reichtum in sich, der unabhängig von äußeren Umständen bleibt.

Theodor Storm war ein deutscher Dichter des Bürgerlichen Realismus. Er veröffentlichte das Gedicht erstmals 1852.

Im Gedicht steht die Erinnerung an die große und einzig wahre Liebe im Vordergrund. Der Dichter beschreibt die Sehnsucht danach und den tröstlichen Gedanken daran, dass er selbst im Tode noch daran denken würde, wie intensiv und wahrhaft diese Liebe ihn hat spüren lassen. Die „sel’ge Stunde“ bleibt auch dann bestehen.

Ein wunderschönes kurzes Gedicht von Theodor Storm, welches die große Kunst aufzeigt, mit wenigen Worten solch eine Tiefe zu schaffen. Wunderbar!

Wer je gelebt in Liebesarmen

Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müßt er sterben fern, allein,
Er fühlte noch die sel´ge Stunde,
Wo er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.


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