Elisabeth Paulsen

TEIL 8

Meine diesjährige Reihe „Deutsche Dichterinnen“ lenkt den Blick auf herausragende Frauen der vergangenen Jahrhunderte. Heute möchte ich noch einmal auf eine Frau eingehen, die ich bereits in dieser Reihe vorstellte.

Elisabeth Paulsen (1879–1951)

Elisabeth Paulsen gehört zu jenen Dichterinnen, deren Werk einst Beachtung fand, heute jedoch kaum noch bekannt ist. Geboren 1879, bewegte sie sich früh in literarischen Kreisen und stand in Verbindung mit bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit.

Paulsen ist heute vor allem als Lyrikerin bekannt, doch ihr literarisches Schaffen ging darüber hinaus. Neben ihren eigenen Gedichten arbeitete sie auch als Übersetzerin und brachte einen Roman des französischen Autors Charles-Louis Philippe ins Deutsche.

Diese Tätigkeit zeigt eine weitere Seite ihres künstlerischen Wirkens: das Vermitteln von Literatur über Sprachgrenzen hinweg.

Auch in ihrem persönlichen Umfeld setzte sich die Verbindung zur Kunst fort. Ihr Sohn Arend Fuhrmann wandte sich den bildenden Künsten zu und ging damit seinen eigenen künstlerischen Weg.

So bleibt Elisabeth Paulsen nicht nur als Dichterin in Erinnerung, sondern auch als Teil eines kreativen Geflechts, das über Generationen hinweg weiterwirkte.

Frage

Bist du auch so lange, lange
traumhaft deinen Weg gegangen?
Wagtest nicht, den süßen bangen
Sehnsuchtsbann zu brechen.

Wagtest nicht, die dunkeln Augen
mit dem goldnen Licht zu füllen?
Falsche Scham hieß dich verhüllen
alle schöne Blöße.

Mußte dich die Not erst wecken
und an Lebensbrüste legen?
O, nun quillt der reiche Segen
deiner vollen Seele.

Quelle: Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis heute: Gedichte und Lebensläufe von Gisela Brinker-Gabler; Verlag: Anaconda


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