Rose Ausländer

TEIL 11

In Teil 11 meiner Blogreihe „Deutsche Dichterinnen“ widme ich mich Rose Ausländer (Rosalie Beatrice Ruth „Rose“ Ausländer, geborene Scherzer), einer Dichterin, deren Leben und Werk zutiefst vom Exil, von Bedrohung und innerer Widerstandskraft geprägt sind.

1939 erschien ihr erster Gedichtband Der Regenbogen, der zwar von der Kritik gewürdigt wurde, beim Publikum jedoch kaum Anklang fand. In einer Zeit wachsender politischer Gefahr stand sie vor der Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen. Zwar reiste sie in die USA, kehrte jedoch noch im selben Jahr nach Czernowitz zurück, um ihre schwer erkrankte Mutter zu pflegen.

Mit der Besetzung der Bukowina durch sowjetische Truppen geriet sie erneut in existenzielle Bedrängnis: Als angebliche Spionin wurde sie verhaftet und mehrere Monate festgehalten. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis arbeitete sie als Krankenschwester. Diese Erfahrungen spiegeln sich in ihrer Lyrik wider: knapp, eindringlich und von existenzieller Kraft.

Lies hier ein solches kurzes Gedicht:

Mit dem Sieb

Mit dem Sieb
schöpfe ich Wasser
für meine Mühle

halte die Flügel in Gang
mit meinem Atem

mahle
den Hunger

Quelle: Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis heute: Gedichte und Lebensläufe von Gisela Brinker-Gabler; Verlag: Anaconda


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