Inge Müller
TEIL 6
In der Reihe „Deutsche Dichterinnen” stelle ich Autorinnen vor, deren lyrisches Werk wichtige literarische und zeitgeschichtliche Erfahrungen widerspiegelt – in Teil 6 rückt die Dichterin Inge Müller in den Mittelpunkt.
Inge Müller wurde 1925 in Berlin geboren und verbrachte dort den größten Teil ihres Lebens. Nach Handelsschulabschluss und Kriegshilfsdienst wurde sie in den letzten Kriegswochen als Luftwaffenhelferin eingesetzt. Kurz vor Kriegsende überlebte sie mehrere Tage unter Trümmern eingeschlossen – ein prägendes Erlebnis.
In der Nachkriegszeit arbeitete sie in der DDR in verschiedenen Berufen. Anfang der 1950er-Jahre begann sie eine enge Zusammenarbeit mit dem Dramatiker Heiner Müller und wandte sich zugleich der Lyrik zu. Eine größere Auswahl ihrer Gedichte erschien erst kurz vor ihrem Tod. Inge Müller starb am 1. Juni 1966.
Ihre Texte sind von persönlichen und historischen Brucherfahrungen geprägt und zeichnen sich durch eine direkte, kompromisslose Sprache aus. Ihr Werk gilt als wichtiger Beitrag zu einer subjektiveren Lyrik in der DDR. Eine erste eigenständige Gedichtausgabe erschien 1986 unter dem Titel Wenn ich schon sterben muss.

Nach dem Bombenangriff
Ein schöner Morgen!
Kein Baum vorm Haus mehr
Und kein Haus steht mehr
unter den Bäumen.
Quelle: Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis heute: Gedichte und Lebensläufe von Gisela Brinker-Gabler; Verlag: Anaconda
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