Hilde Domin
TEIL 10
Im Rahmen meiner Blogreihe „Deutsche Dichterinnen“ widme ich mich heute Hilde Domin, Künstlername von Hildegard Dina „Hilde“ Palm, geborene Löwenstein.
„Ich, H. D., bin erstaunlich jung. Ich kam erst 1951 auf die Welt. …“ Mit dieser bewusst irritierenden Selbstbeschreibung eröffnet sie ihr eigenes literarisches Bild. Tatsächlich wurde sie 1909 in Köln geboren, doch ihr Leben war geprägt vom Exil und Neuanfängen. Die Flucht vor dem Nationalsozialismus führte sie über mehrere Stationen bis in die Karibik, wo sie fern der deutschen Sprache zu schreiben begann und sich zugleich neu erfand.
Erst nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in den 1950er-Jahren wurde ihre Stimme als Dichterin hörbar. Ihr gewähltes Pseudonym steht dabei auch für diese zweite Geburt (Exil in der Dominikanischen Republik); für eine Autorin, die sich ihre Sprache und ihr Leben unter schwierigsten Bedingungen zurückerobert hat. Neben ihrer Lyrik engagierte sie sich als Literaturtheoretikerin und setzte sich besonders mit den Herausforderungen schreibender Frauen auseinander.
Hier findet Ihr ein sehr prägnantes und aussagekräftiges Gedicht von ihr:

Wer es könnte
Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
daß der Wind
hindurchfährt.
Quelle: Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis heute: Gedichte und Lebensläufe von Gisela Brinker-Gabler; Verlag: Anaconda
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