Auf in die Vorweihnachtszeit
„DER FROST HAUCHT ZARTE HÄKELSPITZEN“
Ich habe soeben dieses wunderschöne Gedicht von Mascha Kaléko entdeckt und es hat mich sofort berührt. Es passt so wunderbar in die eben begonnene Adventszeit, die ich jedes Jahr aufs Neue liebe.
Ich mag, wie Kaléko in ihrem Gedicht „Advent“ den Frost, den Schnee, die Eisblumen beobachtet, ohne sie zu verklären. Alles bleibt schlicht, fast alltäglich.
Mich erinnert das Gedicht daran, wie kostbar diese Zwischenzeit ist. Die ersten Kerzen brennen und hier und da werden die Lichterketten angehängt. Schon früh am Abend läuft man durch die Straßen und dieser Zauber begleitet einen. Das ist jedes Jahr ein schöner Einstieg in die Weihnachtszeit.
Ich wünsche allen eine schöne und besinnliche Adventszeit!

Advent
von Mascha Kaléko
Der Frost haucht zarte Häkelspitzen
Perlmuttergrau ans Scheibenglas.
Da blühn bis an die Fensterritzen
Eisblumen, Sterne, Farn und Gras.
Kristalle schaukeln von den Bäumen,
Die letzten Vögel sind entflohn.
Leis fällt der Schnee… In unsern Träumen
Weihnachtet es seit gestern schon.
erschienen in: „Mein Lied geht weiter – Hundert Gedichte“
(dtv Verlag)
#MaschaKaléko #Advent #Weihnachten #Poesie #DeutscheLyrik #Wintergedicht #StilleZeit #Lyrikliebe #Lichterglanz #GedankenimWinter