Elisabeth Paulsen

TEIL 2

In meinem 2. Teil der Reihe Deutsche Dichterinnen möchte ich Euch eine Frau vorstellen, die sich früh in literarischen Kreisen bewegte und eng mit bedeutenden Persönlichkeiten ihrer Zeit verbunden war: Elisabeth Paulsen (1879-1951).

Gemeinsam mit dem Dichter und Verleger Ernst Fuhrmann, mit dem sie zwei Söhne hatte, lebte sie in einem Umfeld, das stark von künstlerischem Austausch geprägt war. Über gemeinsame Kontakte entstand auch eine langjährige Freundschaft mit Ida Dehmel.

Ihr literarisches Debüt gab Elisabeth Paulsen 1913 mit einem Gedichtband, der in einem renommierten Verlag erschien. Einige Jahre später zog die Familie nach Westfalen, wo Fuhrmann eine zentrale Rolle im kulturellen Leben übernahm. Das Paar entwickelte sich dort zu einem wichtigen Treffpunkt für Kunst- und Literaturschaffende. In dieser Zeit veröffentlichte Paulsen ihren zweiten Lyrikband.

Nach weiteren Umzügen und beruflichen Veränderungen trennten sich ihre Wege schließlich. Elisabeth Paulsen schrieb weiterhin Gedichte, entschied sich jedoch gegen weitere Veröffentlichungen. Mit der Zeit geriet ihr Werk in Vergessenheit. Heute ist ihre Lyrik vor allem durch frühe Zeitschriften und ausgewählte Anthologien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überliefert.

Hier findet Ihr ein Werk, welches ich besonders schön finde:

Einer weiß um mich …

Einer weiß um mich.
Er ist in meinem Herzen gewesen
Und hat die Inschriften
Seiner Wände gelesen.

Er deutete mir
Die Hieroglyphen:
Waage und Fisch und Dreieck und Baum.
Er sagte: mein Herz wäre seine Pyramide
Und er schliefe in ihr
Seinen Pharaonentraum.

Quelle: Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis heute: Gedichte und Lebensläufe
von Gisela Brinker-Gabler; Verlag: Anaconda

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